Überraschende Erinnerung

Nur noch (wir) Ältere können mit dem Namens Hans Innerlohinger etwas anfangen. Er war in den 1960-er und 70-er Jahren DER legendäre Voest-Kaplan. Hubert Gaisbauer hat ihm in den heutigen Morgengedanken auf Ö 1 ein akustisches Denkmal gesetzt. Der Hans war ein Unikum, manche würden sagen, ein „Urviech“. Mit allen per Du, sprich auf Augenhöhe, ohne Ansatz von jeglichem Standesdünkel kämpfte er um Gerechtigkeit für die einfachen Arbeiter und Pendler. Goschert war er, manchmal auch zu kantig, sogar für die Gewerkschaft. Er verkörperte schon damals das, was heutige Theologen als großes Ziel formulieren: bei den Menschen sein, ihre Sprache sprechen, ihre Orte aufsuchen. Der Hans brauchte diese Theorien nicht. Er lebte sie und war dadurch glaubwürdig. Auch für seine Kirche war er unbequem, aber gelitten. Aussagen wie „der Hunger muss auf dieser Welt gestillt werden, nicht erst im Himmel“, erschienen manchen hochdekorierten Mitbrüdern damals mitunter doch etwas zu wenig geistlich… Aber weil es der Hans war, ließ man es (wohlweislich) gelten. 2000 ist Innerlohinger 69-jährig gestorben. Hubert Gaisbauer hat ihn heute früh im Radio dankenswerter Weise ein wenig auferstehen lassen. Passenderweise wenige Tage vor dem Tag der Arbeit.

Advertisements

2 Kommentare zu “Überraschende Erinnerung

  1. Finde ich super und danke dass du das auch über die Grenzen OÖ für „die Alten“ der KAJ/KAB zugänglich gemacht hast!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s