Rücktrittsreifer Außenminister

Normalerweise habe ich keine so lange Reaktionszeit. Aber ich wollte und konnte es nicht glauben, was Außenminister Sebastian Kurz da über NGOs und Flüchtlinge im Mittelmeer von sich gegeben hat. Ich halte Derartiges nicht nur bodenlos ignorant den Ertrinkenden gegenüber. Es ist zugleich auch eine unerträgliche Ignoranz gegenüber allen freiwilligen Helfern in ehrenamtlichen Organisationen. Eigentlich ist ein Politiker mit solchen Ansichten nicht nur keine Hoffnung für eine politische Partei, schon gar nicht für eine, die sich noch immer christlich-sozial nennt, sondern er ist schlicht und einfach rücktrittsreif.

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10 Kommentare zu “Rücktrittsreifer Außenminister

  1. Dass man dem Herrn Außenminister in der Wiener Kirchzeitung “Sonntag“ vor einem Monat etwa noch ein Titelporträt plus langes Interview gewährte war sehr verwunderlich. Das zeitgeistige Anbiedern unserer ureigenen Medien bringt nichts, wie man feststellen muß. Die profetische Rolle der Kirche schaut anders aus.

  2. Meinen Respekt für Ihre Haltung und ihre Rücktrittsaufforderung, die mE längst fällig war. Bleibt zu hoffen, dass sich noch andere katholische/christliche Würdenträger anschließen! Abgesehen davon sollte der ÖVP nicht mehr erlaubt werden, sich als christlich-sozial zu bezeichnen.

  3. Meinen Respekt für Ihre Haltung und ihre Rücktrittsaufforderung, die mE längst fällig war. Bleibt zu hoffen, dass sich noch andere katholische/christliche Würdenträger anschließen! Abgesehen davon sollte der ÖVP nicht mehr erlaubt werden, sich als christlich-sozial zu bezeichnen.

  4. Auf einer vermeintlichen Sympathie-und Erfolgswelle schwimmend scheint Sebastian Kurz diesmal jeglicher Realitätssinn vernebelt worden zu sein. Er packts offenbar nicht und lässt sich von Rechtsaußen-Einflüsterern in die Irre treiben. Schade um ein politisches Talent – nun leider in völlig falschem Fahrwasser von Populismus und Opportunismus. Keine gute Prognose für eine Politik mit Rückgrat. Wirklich schade!
    Heribert Rahdjian. Wien-Josefstadt

  5. Sebastian Kurz hat es hier noch schlimmer und weiter getrieben als Jörg Haider und H.C. Strache. Positiv sei vermerkt, dass er danach „zurückrudert“ und erklärt, dass er gar nicht den Tod dieser Bootsflüchtlinge wolle. Das ist löblich, denn ein Bundesminister darf in seiner Amtsführung – laut Bundesverfassung – nicht zum Tod anderer oder zu unterlassener Hilfeleistung von lebensgefährdeten Menschen anstiften.
    Ich bin an sich ein Gegner der „Rücktrittskultur“. Besser wäre es, wenn Politiker ehrlich ihre Verfehlungen und Irrtümer eingestehen und um Verzeihung bitten. Fehler sind menschlich und können verziehen werden. Aber Sebastian kurz tut – exakt wie manche FPÖ-Politiker – das Gegenteil und hämmert unsachlich und ungerecht auf die helfenden NGO’s ein. Damit wird indirekt doch wieder bekräftigt, dass es „eigentlich“ nicht ganz richtig ist, die Ertrinkenden zu retten, obwohl zuvor das Gegenteil gesagt wäre. Wer Charakter zeigen will, bittet auch mal um Entschuldigung. Das ist Größe.
    Sebastian Kurz könnte Charakter beweisen: wenn er bei den Toten, den überlebensbedrohten Fliehenden und den NGO’s ehrlich um Verzeihung bittet und seine unsäglichen Äusserungen mit Bedauern zurücknimmt. Dann könnte man ihm Glauben schenken.

  6. Sebastian Kurz ist mehr Humanist und hat mehr Verstand und Weitblick als alle reaktionären Katholen-Sprecher dieses Landes zusammen. Er denkt auch an sozialen Frieden in unserem Land, der durch den Zuzug von weiteren Hunderttausenden „armen Flüchtlingen“ bei uns nicht mehr gewährleistet sein wird. Resümee: Aus diesem katholischen Verein, der mit Gott absolut nichts zu tun hat, kann man nur noch austreten!

  7. Die Bezeichnung was Kurz alles ist und sein soll, kann man dem Autor dieses Artikels wohl getrost retour geben.
    Die Argumente von Kurz sind nicht neu sondern endlich an die breite Öffentlichkeit gelangt. Es ist logisch nachvollziehbar was gesagt wurde.
    Auf der anderen Seite wird von vermeintlichen Menschenfreunden prizipiell so argumentiert, das wenn man dem der immer wieder die Hand aufhält nicht gibt, ist man Mitschuld das dieser verhungert. Selbstverantwortung, aus Fehlern lernen, weiterentwicklung ausgeschlossen. Dem Beispiel folgend, werden laufend immerm ehr Hände aufgehalten. Wo soll das hinführen? Sicher nicht zu selbstständigen oder gar verantwortungsbewussten Menschen, sondern nur zu Abhängigen.

    Vor allem als Funktionär der Kriche sollte man die christlichen Borschaften kennen. Man soll die Perfektion wie die des Vater (im Himmel) anstreben. Sich anderen aufopfern führt sicher nicht dazu, es ist sogar je nach Intensität für alle Beteiligte schädlich.
    Offenbar hat die Kirche die ur-chrichtliche Botschaft schon lange vergessen und eine eigene zusammenkonstruiert. Bei Kirchen-Funktionären die dem Autor dieses Blogs ist es ganz offensichtlich: Vorwürfe, Hetze, Politik. Sehr traurig, aber auch augenöffnend.

  8. Für mich ist das viel zu schwarz weiß. Rücktritt wegen was bitte ? Kurz ist Politiker und das
    soll er auch bleiben (das macht er auch sehr gut). Und wenn die katholische KIrche das anders
    sieht ist das auch OK, aber eben eine Meinung – nicht mehr und nicht weniger. Und BTW
    nirgends steht bei der ÖVP „Christlich sozial“, also kann man gar nichts streichen.

  9. Sg. Dr. Brandstätter, ich ersuche um Aufklärung darüber, ob Ihre hier dargelegte Position mit der offziellen Kirchenleitung abgestimmt ist; sollte dies so sein, werde ich aus der Kirche austreten. Sollte dies nicht so sein, wäre es an der Zeit, eine wichtige Position wie die Ihre mit jemandem zu besetzen, der sich nicht in die österreichische Politik mischt. Ob Seipl, Innitzer oder jetzt linke Katholiken, das ist noch nie gut gegangen.

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