Der Sinn von Zusammenrücken

Zusammen zu rücken hat nicht nur etwas mit Platz machen zu tun. Zusammenrücken lässt Menschen näher kommen. Man beginnt sich besser zu spüren und zu hören. Wo Leute zusammenrücken, wächst die Gemeinschaft. Im Wirtshaus beim Stammtisch zum Beispiel oder in Vereinen, wenn viele kommen. Auch in Kirchen natürlich, obwohl dort bestenfalls an Feiertagen Platzmangel herrscht. Wobei: ständig über mangelnden Besuch zu klagen, ist eher kontraproduktiv, weil die Anwesenden dadurch motiviert werden, nächstes Mal vielleicht auch daheim zu bleiben. Und überhaupt: was den Kirchenbesuch betrifft, gibt es durchaus etwas Wichtigeres. Steht zumindest in der Bibel bei Matthäus im heutigen Sonntagsevangelium. Ich zitiere: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.“ Zitat Ende. Also: wichtiger ist es, mit seinen Angehörigen im Reinen zu sein. Erst dann kommt der Gottesdienst. Eine interessante Wertung, finde ich. Und wie so oft zeigt sich: Religion ist kein Selbstzweck. Vielmehr soll sie helfen, das Leben der Gesellschaft zu regeln. Im konkreten Fall: söhnt euch zuerst untereinander aus, bevor ihr in die Kirche rennt. Wird nicht immer nach dem Buchstaben des Gesetzes möglich sein, ist aber nach meiner Überzeugung eine interessante Richtlinie.

 

Sonntagsgedanken in: ORF Oberösterreich 12.2.2017

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