Das älteste Sozialgesetz

Bert Brandstetter: Sonntagsgedanken ORF OÖ. 4.2.2017

Hungrigen etwas zum Essen geben, Obdachlose bei sich zu Hause aufnehmen, Nackte bekleiden. Fast alle dürften diese Gebote kennen und die meisten dürften sie richtigerweise wohl auch der Bibel zuordnen. Tatsächlich sind es ganz ursprüngliche religiöse Gebote und sie zeigen, dass Religion und Gesellschaft unmittelbar miteinander zu tun haben. Das mit den Hungrigen und den Obdachlosen hat schon der Prophet Jesaja verlangt, der vor knapp 3000 Jahren datiert wird. Ein uraltes Sozialgesetz also. Jesaja wollte, dass es alle gut haben, nicht nur die Wohlhabenden. Ganz sicher würde er das auch heute noch unterschreiben. Die europäischen Anstrengungen, Flüchtlinge möglichst von unseren Grenzen fern zu halten, würde er nicht nur nicht verstehen, sondern sogar kritisieren. Weil die allermeisten dieser Menschen in Not sind. Und denen sollte man helfen. Solange und so viel, bis es ihnen besser geht und sie wieder selbst für sich sorgen können. Ob diese Notleidenden schwarz oder weiß, männlich oder weiblich, muslimisch oder christlich, und auch, ob sie viele oder wenige sind, sollte keine Rolle spielen. Wenn sie in Not sind, ist ihnen nach Möglichkeit zu helfen. Das sagte der alte jüdische Prophet Jesaja vor fast 3000 Jahren, das verlangte auch Jesus Christus 700 Jahre später und das schreibt auch Mohammed 570 Jahre nach Christus vor. Der Interpretationsspielraum ist damit ziemlich klein für Menschen, die vielleicht der Ansicht sind, die großen religiösen Gestalten hätten das vielleicht nicht ganz so gemeint.

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Ein Kommentar zu “Das älteste Sozialgesetz

  1. Ich denke, es ist noch ärger. Menschen, die in der Kirche sitzen und eigentlich einiges wissen und spüren sollten, werfen, sobald sie aus dem Gebäude kommen, alles wieder über Bord. Vielleicht, um nicht ernsthafte Konsequenzen aus dem Glauben ziehen zu müssen? Devise: Ich mach mir ein Bild von Gott so, wie es für mich passt und bequem ist.
    Die Frage Jesu an uns ist ständig auch: Was hast du nicht getan, obwohl es dir möglich wäre?
    Papst Franziskus macht sich immer wieder unbeliebt bei Neidern und Egoisten. Und er kann nicht anders! Gott sei Dank, Franziskus sei Dank!

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