Wasserwerfer und Tränengas

Umgeworfene Zäune, Wasserwerfer, Tränengas. Es schaut so aus, als wären sie die Nachfahren der einstigen europäischen Willkommenskultur. Das Vokabel „Willkommenskultur“ wirkt inzwischen ohnedies bereits wie ein Unwort des Jahres. Aber zwischen einer zumindest halbwegs offenen Willkommen und einer „Begrüßung“ mit Wasserwerfern und Tränengas liegen doch noch Welten. Aus dem Blickwinkel der solcherart Zurückgewiesenen stoßen sie an die Mauern eines reichen Europa, dessen Bürger gefälligst in Ruhe gelassen werden wollen und die diese Ruhe mit allen Mitteln zu verteidigen bereit sind. Festung Europa. So angenehm es für die meisten ist, innerhalb dieses Staatengefüges leben zu dürfen, so klamm ist das Gefühl, dass der Rand unserer Wohlstandsgrenze mit Stacheldraht, Wasserwerfern und Tränengas vor Eindringlingen geschützt werden muss. Noch mögen die eingesetzten Mittel ihre abweisende Wirkung erfüllen. Die verzweifelten Flüchtlinge werden aber Mittel und Weg finden, sich und ihre Kinder irgendwo in europäische Sicherheit zu bringen. Sie werden kommen, so oder so. Eine lächelnde Begrüßung würde ihre Eingliederung mit Sicherheit erleichtern als eine mit Wasserwerfern und Tränengas.

 

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