Protest gegen TTIP

Auch ich misstraue den Giganten dieser Welt, egal aus welchem Bereich sie kommen.

Ich misstraue den Versprechen von Konzern- und Politikvertretern, dass wir Wachstum erleben und uns über viel mehr Arbeitsplätze freuen dürfen, sobald die Spielregeln von Amerika und Europa angeglichen sind. Ich glaube es schlicht und einfach nicht, und das aus gutem Grund. Weil gerade wir in Linz und Oberösterreich schon oft erlebt haben, was passiert, wenn Kernstücke unserer Wirtschaft an das Ausland verkauft werden. Jüngstes Beispiel VAI und Siemens. Das hat zwar nichts mit TIPP zu tun, es scheint mir aber in der Logik verwandt zu sein. Kaum ist die Firma verkauft, wandert die Zentrale weg und die Arbeitsplätze sind über kurz oder lang verloren.

Ich halte es auch nicht für gut und ich habe ein mehr als ungutes Gefühl dabei, sollten etwa Lebensmittel auch bei uns in OÖ. unter denselben Bedingungen produziert werden dürfen wie in den USA. Weil es dann viel weniger Schutz der Umwelt gibt. Ich stelle mich gegen diese Freihandelsabkommen auch, weil es soziale Rechte und Arbeitsrechte killt und weil wir Bürger letztlich die Verlierer sein werden. Erstens wir alle, zweitens aber vor allem die Frauen. Der Abbau von Handelshemmnissen wird nämlich vor allem den Dienstleistungssektor betreffen, in dem in Österreich zu 83 Prozent Frauen arbeiten.

Ich mache mir Sorgen, wenn Entscheidungen über solche Fragen geheim verhandelt werden und ich frage mich, wo dabei die Demokratie bleibt, also die Möglichkeit der Betroffenen, die Möglichkeit des Volkes und ihrer Vertreter, hier mitzureden. Das ist mir aber heilig und wichtig, weil es mithelfen kann, das Leben und die Arbeit halbwegs human zu halten. Und ich zitiere eine Mahnung unseres neuen Papstes: „Diese Wirtschaft tötet“, weil sie Gemeinwohl und Menschenwürde mit Füßen tritt.

Ich kann und will daher gar nicht anders, als mich dem ohnedies bereits großen Protest anzuschließen und an unsere europäischen Politiker, die alten und vor allem die künftigen neuen zu appellieren, die Verhandlungen zu stoppen oder zumindest offen zu führen und Europa den Europäern zu lassen und nicht klammheimlich zu Amerika zu mutieren.

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2 Kommentare zu “Protest gegen TTIP

  1. Dieser Einschätzung kann man nur aus vollem Herzen zustimmen. Diese Entmachtung der Bürger zwingt uns zu kapitulieren, das was uns Jesus vorgelebt hat. Symbolisch sollten wir alle die weiße Fahne hissen.

    Denn wer will den einen Krieg? Es sind nur die, die die Schulden eintreiben wollen, denn ohne Krieg wird doch der Österreicher nie mehr die 30.000 Euro Kredit zurück zahlen können, und wer dann gierig nach Steuern ist, muss also die Welt durch Krieg ins Chaos stürzen, damit wieder Arbeitsplätze geschaffen werden, die das Zerstörte wieder aufbauen können, wie schon des öfteren. So sollte wir symbolisch die weiße Fahne schwenken, damit alle sehen, wir haben uns ergeben und kämpfen nicht mehr für diese Wirtschaft, die uns tötet.

  2. Was haltet ihr davon, dass laut folgender Quelle angeblich auch später Länder aus dem asiatischen Raum reinkommen sollen (wo die USA gleichzeitig verhandeln), wie hier z.B. steht:

    http://www.glaronia.com/2014/05/01/freihandelttip-eu-will-storrische-gegner-bandigen/

    in Bezug auf die Preise und Löhne würde das ja noch ein extra „Geschmäckle“ mit sich bringen. Außerdem wurde in den Medienberichten bisher dieses „spezielle Thema“ nicht großartig angesprochen, sondern nur speziell immer „USA – EU“.

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