Alarm in der Erzdiözese Salzburg

Dass Franz Lackner den Ruf zum Salzburger Erzbischof angenommen hat, war klar. Er ist ein Mann, mit dem die Salzburger Katholiken gut leben werden. Und doch: was da dem Papst als Kandidatenliste vorgelegt worden ist, empfinden Kirchenleute zu Recht als Zumutung. Kein Salzburger Priester auf der Liste. Keiner, den das Volk, also die künftige „Herde“ des Oberhirten kennt, obwohl dieses Kriterium nach biblischer Tradition eines der ältesten wäre und auch heute noch absolut nachvollziehbar ist. Und dann der besorgniserregende Beigeschmack der drei Bischofskandidaten: das gesamte Trio konservativ angehaucht. Andreas Laun sowieso und in Salzburg als Weihbischof deshalb seit Langem mehr oder weniger isoliert, aber auch die beiden anderen: der „Choralpater“ Karl Schauer, weitum bekannt und angesehen als Rektor des ultrakonservativen Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, an dem auch der andere, Weihbischof Franz Lackner unterrichtet. Ein unangenehmes Faktum für weltoffene Christen, wenngleich beide Bischofskandidaten mit den Mechanismen der Welt sehr gut umzugehen wissen. Wer hat diese Kandidaten ausgesucht, wer hat sie dem Papst vorgeschlagen? Das fragen sich seither viele Kirchenmenschen in Österreich und die Besorgnis ist groß, dahinter einen Affront gegen den so freundlichen und wohltuend liberalen Kirchenkurs von Papst Franziskus zu sehen. Kann es etwa sein, dass mächtige Vatikanisten den Versuch des Papstes zu boykottieren versuchen, die Kurie, also den päpstlichen Regierungsapparat umzugestalten? Die fortgesetzte Ernennung konservativer Bischöfe wäre eine taugliche Methode, den bisherigen Weg des Vatikans zu betonieren und nötige Kirchen-Reformen zu verhindern. Die Salzburger Liste spricht dafür. Es wäre wünschenswert, die Liste zurückzuschicken und einen neuen Findungsprozess zu starten. Und zwar einen, in dem die Katholiken der Salzburger Erzdiözese eingebunden sind. Genauso wie in Linz. In zwei Jahren muss Bischof Ludwig Schwarz den Rücktritt einreichen. Wer wird ihm nachfolgen? Um nicht wieder eine peinliche Panne zu erleiden wie bei der missglückten Kür eines Weihbischofs vor mehreren Jahren, müsste jetzt ein breiter Prozess gestartet werden, um den richtigen Mann für dieses Amt zu finden. Der richtige künftige Bischof kann nur ein Oberösterreicher sein, der hier bekannt und verwurzelt ist. „Ein Bischof muss nach seiner Herde riechen“, zitiert Paul Zulehner Papst Franziskus und genau so sollte es sein. So prominent der Heiligenkreuzer Choralpater Karl Schauer auch sein mag. Ihn einer Diözese wie Graz vorzusetzen, was angeblich geplant ist, nachdem er in Salzburg nicht zum Zug zu kommen scheint, wäre ein weiterer Affront des Vatikans gegenüber der österreichischen Kirche. Zumutungen dieser Art sind uns nach der Ära von Kardinal König noch in leidvoller Erinnerung: Groer, Krenn, Küng, Laun, Eder… In Vorarlberg hat der Vatikan zuletzt gezeigt, wie eine Bischofsbestellung idealerweise funktionieren soll. Benno Elbs ist der ideale Mann für dieses Amt. Aber auch die übrigen Katholiken in Österreich hätten es verdient, endlich wieder Hirten zu bekommen, die aus ihrer Mitte gewachsen sind und die Sprache der Menschen verstehen, die zu führen sie berufen sind.

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3 Kommentare zu “Alarm in der Erzdiözese Salzburg

  1. Nix für ungut, aber hier scheint jemand was zu verwechseln… P. Karl Wallner heißt der gute Mann (nicht Schauer) und ist sicherlich einer der beliebtesten Priester in Österreich, besonders unter Jugendlichen…

  2. Lieber Bert,
    das Hauptproblem liegt m. E. daran, dass der an sich erfrischende Papst von Leuten umgeben ist, welche irgendwo zwischen Siebzig und Verwesung anzusiedeln sind. Diese ganze Faulbrut (ein Begriff aus der Imkerei) koennte nur durch eine radikale Massnahme entfernt werden, damit nicht auch noch andere Voelker damit infiziert werden. Ich fuerchte, das wird der Argentinier nicht schaffen bzw. ueberleben. Da geht er eher selbst vor die Hunde. Dieses Purpurgesindel hat sicher Moeglichkeiten genug, sich eines unliebsamen Stoerenfriedes zu entledigen. Die im Vatikan praesente Mafia findet da sicher tolle Moeglichkeiten. Es ist nun einmal so, dass viele im vatikanischen Umfeld noch immer nicht kapiert haben, dass es neben der absolutistischen Monarchie auch noch andere Regierungsformen gibt. Nachdem man in solchen Regierungsformen kein Mitspracherecht hat, kann man eben nur mit den Fuessen entscheiden. Zum Glueck ist das heute moeglich, weil diese Gangster in der Justiz kein Durchgriffsrecht mehr haben. Ist eigentlich furchtbar schade, dass eine an sich tolle Idee wie das Christentum von solchen Vatikaisten so schaendlich verraten wird.

  3. Wenn man so unter der Gürtellinie schreibt wie Herr Eder kann einem nur das Gruseln befallen.
    „Seht wie sie einander lieben.“ Die Kirche ist keine Demokratie und wird auch nie eine werden, wobei auch bezweifelt werden kann, ob viele Leute wie Herr Eder für diese auch reif sind.
    Gute Priester wie Pater Wallner, Anderas Laun, oder der Pfarrer von Windischgarsten werden sowieso von WisiKi gemobbt und die braven Bischöfe schlafen oder sehen tatenlos zu. Wie sagte doch Christus : „Hütet euch vor den falschen Propheten, sie gehen in Schafskleidern umher und sind reßende Wölfe“ na Krenn, Groer u. Co wurden schon von ihnen zerissen.

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