Gierige „Vorbilder“

Nichts begriffen und aus Wahlergebnissen nichts gelernt scheinen manche Politiker zu haben, die es in jüngster Zeit zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht haben. Beispiel 1: Walter Steidl in Salzburg. Ein Politiker, der außerhalb seines Bundeslandes bisher noch nie so recht aufgefallen ist. Der gelernte Elektroinstallateur sitzt aber seit 18 Jahren im Salzburger Landtag und hat sich dort an ein ohnedies vergleichsweise überdurchschnittliches Gehalt von fast 5000 € gewöhnen dürfen. Im Vorjahr dann der Quantensprung nach vorne: er wurde Landesrat. Heuer aber der jähe Absturz bei der Wahl, seit der Steidl nur noch Klubobmann ist und bloß wieder nur die Hälfte verdient. Weil er aber auch die Partei (SPÖ) zu leiten hat, verlangte er ein Zubrot. Die 7752 € würden dem vierfachen Familienvater kein adäquates Auskommen sichern, so seine Begründung, die von der Partei offenbar akzeptiert wurde. 2000 € wurden ihm gewährt.

Beispiel 2: Monika Lindner, wohlbestallte Generaldirektorin des ORF in Pension, krallt sich nach wie vor unbeirrt an das Mandat des BZÖ und denkt nicht einmal daran, die Gage von über 8000 € zu spenden, weil, wie sie meint, ehrenamtliche Tätigkeit nicht ausreichend geschätzt werde.

Beispiel 3: Ernst Strasser, der vom obersten Gericht demnächst beschieden bekommt, ob das Urteil über ihn rechtskräftig ist und er für seine ihm zur Last gelegte Bestechlichkeit als EU-Abgeordneter der ÖVP mehrere Jahre ins Gefängnis muss.

Erstaunlich ist bei allen drei Beispielen, wie gelassen all jene Politiker auf diese Vorfälle reagieren, die mit ihren Gehältern zufrieden sind und brav ihre Arbeit tun.

Natürlich muss politische Tätigkeit ausreichend entlohnt werden. Zu wünschen wäre aber, dass auch hohe und höchste Vertreter des Volkes nicht vergessen, wie einfache Menschen mit ihrem Geld auskommen müssen. Ihnen müssen Diskussionen um tausende Euro monatlich wie Hohn vorkommen, wenn sie selbst mit weniger als 1000 € das Auslangen finden müssen.

Negatives Beispiel Nummer 4 liefert dieser Tage die katholische Kirche. Ob nun der Limburger Bischof Tebartz van Elst seinen feudalen Umbau von seinem Vorgänger geerbt hat oder nicht: er hätte das Gespür und den Mut aufbringen müssen, den Millionen teuren Wahnsinn zu stoppen. Es nicht getan zu haben, weist ihn als Epigone mittelalterlicher Fürstbischöfe aus, die um das teure Geld der Gläubigen Paläste und Gotteshäuser gigantischen Ausmaßes errichtet haben.

Im Lichte dieser vier Beispiele ist es nicht verwunderlich, dass Menschen Abstand zu solchen Organisationen suchen. Immer mehr bleiben den Wahlen fern oder sie schließen sich irgendwelchen oft auch skurillen Protestbewegungen an. Im kirchlichen Bereich schnalzen nach Berichten wie über Limburg die Austrittszahlen in die Höhe und man kann es den Menschen kaum verargen. Wenn hier locker mit Millionen gespielt wird, andererseits aber viele Leute um ihr tägliches Auskommen zu kämpfen haben, ist es verständlich, wenn sie sich andere Vertreter suchen oder sich überhaupt resigniert zurückziehen.

 

 

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Ein Kommentar zu “Gierige „Vorbilder“

  1. Vielleicht ist es sinnvoll, dass das alles passiert, weil die „Vorbilder“ ja nie Vorbilder waren, und ihre Positionen nur im Wettbewerb errungen haben. Es gibt ja nur Wenige, die davon unberührt blieben. Der Film ALPHABET zeigt ja die betrogenen Generationen, die von „Gewinnern“ klein gehalten wurden. Was ist denn heute? Warum leiden immer mehr Menschen unter burnout. Liegt es vielleicht auch daran, weil sie nie ihre Mitte gefunden haben, und deshalb auf äußere Zuwendung angewiesen sind, die nicht mehr in dem Maße erfolgt, und dadurch sich immer mehr verlieren? Hat denn die Kirche in der Regel diese Menschen zu sich geführt, oder wollen sie weiter finanziert werden und verschleiern ihre Nebeneikünfte, ich denke da z.B. an Heiligen Kreuz wo mit großem Elan Steine für die Papst Benedikt XVI. Universität verkauft werden. Doch die Vietnamesen die dort erst deutsch lernen müssen, sind nicht glücklich, weil die Methoden wie man mit Begeisterung lernt noch nicht dort durchgedrungen ist. Leistungssport ja, doch das ist doch immer noch der Wettbewerb, wer ist weiter, höher, schneller und besser. So können wir schauen, wo wir wollen, wenn es nicht gelingt unsere Urteile in Verstehen zu verwandeln, dann sterben wir unverstanden mit viel intellektuellen Spezialwissen, was den Menschen jedoch nicht im Innersten berührt. Musiktherapie und andere Verfahren, wie Lachen, Tanzen, Singen, Theater, werden in Therapien klein geschrieben, denn die Pharmalobby will ja z.B. Ritalin verkaufen und keine entspannten Mitarbeiter. Ich hoffe, das die Experten sich mal etwas mehr umhorchen, um das zu verstehen, was da eigendlich falsch läuft, es ist eben nicht nur die Kirche, sondern die Angst zu unbedeutend zu sein, und das ist der Grund für diese GIER.

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