Schönwetter-Verteidiger

Wenn nicht schon im vergangenen Jänner, dann aber jetzt. Jetzt ist klar und deutlich geworden, wofür das österreichische Bundesheer gut ist. Der Abzug der Soldaten aus dem Golan mag sicherheitspolitisch nachvollziehbar sein, eines ist er gewiss nicht: mutig und entschlossen. Wann sonst sollte man ein Militär benötigen, wenn nicht zu Zeiten, wo die Lage unsicher ist wie derzeit auf dem Golan in Syrien. Aber bei schlechtem Wind einen Posten verlassen, spricht beileibe nicht für die Verlässlichkeit eines Partners. Dementsprechend verärgert tönt es derzeit auch aus der UNO, die irritiert ist über Österreichs Bündnistreue. Natürlich: angenehm ist die Lage in dieser Gegend derzeit nicht, weil sogar UNO-Stellungen bereits beschossen wurden und es ist verständlich, dass die Politiker im Lichte des beginnenden Nationalratswahlkampfs Rücksicht zeigen auf die Familien der Soldaten. Immerhin sind die Österreicher vor 40 Jahren  ja nicht zum Kriegführen hinunter gezogen, sondern um den mehr als brüchigen Frieden zu bewahren. Trotzdem: weggehen, wenns heiß wird, ist nicht wirklich ein Ruhmesblatt für das Heer einer Nation, die sich erst vor einem halben Jahr mehr als deutlich für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen hat. „Schönwetterverteidiger“ müssen sich unsere gut bezahlten UNO-Beobachtungs-Soldaten jetzt schimpfen lassen und die Schande trifft die gesamte Nation.

Freilich: untätig waren unsere heimischen Soldaten gerade in den letzten Tagen beileibe nicht. Wie die unzähligen Feuerwehrleute stehen sie den Menschen in den Hochwassergebieten bei und helfen beim Reinigen der Häuser. Eine rühmliche und notwendige Aufgabe zweifellos. Die Frage sei aber erlaubt, ob man dazu ein eigenes Bundesheer braucht oder ob damit nicht auch zivile Verbände wie eben die Feuerwehr zurande kämen. Um nicht falsch verstanden zu werden: die Mannstärke kann jetzt in der Hochwassersituation nicht groß genug sein, aber die Frage meint, ob zur Bewältigung dieser Aufgabe eine eigene, teure Bundesheer-Organisation erforderlich ist.

Der Truppen-Abzug vom Golan und der Assistenzeinsatz beim Hochwasser lassen mich von einer neuerlichen Bundesheer-Befragung träumen (mehr als ein Traum kann es nicht sein, soweit bin ich österreichischer Realist): stellen wir die Frage vom Jänner neu und lassen wir das Volk noch einmal entscheiden: braucht Österreich ein Bundesheer: ja oder nein. Meine Antwort ist klar und viel einfacher als im vergangen Jänner: nein.

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Ein Kommentar zu “Schönwetter-Verteidiger

  1. Mit Verlaub: Dümmlicher geht es schon nicht mehr. Eine derartig unsachliche Aussage richtet sich von selbst, sei aber jedermann/frau in einer Demokratie natürlich gestattet – aber bitte als Privatperson. Als Aussage unter Hinweis auf eine kirchliche Funktion weise ich sie aber schärfstens zurück, weil
    1. sie mit dieser in keinster Weise etwas zu tun hat und
    2. weil man von der Funktion eines diözesanen KA-Präsidenten erwarten kann, dass er sich vor einer Äußerung ernsthaft mit der Sachlage auseinandersetzt und gegebenfalls informiert.

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