Fragen zum Muttertag

Mag es Zufall sein oder zeigt sich dahinter ein genereller Trend? Die österreichische  Landeshauptleutekonferenz ist seit vergangenem Sonntag wieder zum Männerbund mutiert. In dieser Hinsicht gleicht sie jetzt wieder der Bischofskonferenz oder einem Priesterrat, wo schon aus Prinzip nur Menschen männlichen Geschlechts sitzen dürfen. Aber ein öffentliches politisches Gremium, in dem keine zölibatären Vorschriften gelten? Etwas merkwürdig mutet diese geschlechtlich unparitätische Zusammensetzung sehr wohl an. Waren bisher Frauen ohnedies nur spärlich vertreten, sind sie jetzt in dieser Gruppierung wieder gänzlich eliminiert und man fragt sich, warum das wohl so sein mag. Passen Frauen etwa nicht in die Politik? Weltweit gibt es dafür genügend Gegenbeispiele: Angela Merkel, Hillary Clinton, Indira Gandhi, um nur wenige prominente Namen zu nennen. Aber in Österreich? Haben Waltraud Klasnic oder Gabi Burgstaller etwa einen schlechten Job gemacht? Beide wurden wohl abgewählt, aber dieses Schicksal teilen sie mit vielen anderen männlichen Kollegen. Aber was ist es, was das Reservoir an potentiellen neuen Kandidatinnen anscheinend so klein macht? Ist es der männliche Ehrgeiz, im Fall der Fälle Frauen zurückzudrängen? Sind es die Anforderungen des politischen Geschäftes, das Frauen selbst zurückschrecken lässt, die erste Reihe anzustreben? Oder sind es gar auch abwertende Wortmeldungen von Geschlechtsgenossinnen, was die Karriere von Frauen ganz allgemein betrifft?

Der Anspruch vieler Frauen in der katholischen Kirche, Führungsaufgaben übernehmen zu dürfen, erscheint in dieser Hinsicht mehr als fragwürdig. Wollen sie wirklich, wenn sie dürften? Werden oder würden sie wirklich von der ganzen Breite des Volkes akzeptiert? Oder lässt man sie bloß, solange sie ein paar mehr oder weniger bedeutsame Alibi-Funktionen besetzen.

Fragen, die nachdenklich machen. Wie wenig weit haben wir es mit unserer in Sonntagsreden so hoch gepriesenen Emanzipation gebracht, wenn es nicht einmal möglich ist, in einer –im internationalen Vergleich doch recht mäßig bedeutsamen- Konferenz wie der der Landeshauptleute dauerhaft Frauen zu installieren.

Oder hindert die Frauen der letzte Schritt hinauf auf die ersten Plätze doch die Verantwortung ihren Kindern gegenüber, die auf die Welt zu bringen wohl die natürlichste und allererste ihrer Lebens-Aufgaben ist. Welches Kind will schon wirklich eine Mutter, die zwar biologisch diesem Titel entspricht, im alltäglichen Leben ihre emotionellen Aufgaben aber an andere, vielleicht auch an Institutionen abgetreten hat, um selbst die zeitraubende und mühsame Karriereleiter hinauf zu klettern. Die Glückwünsche zum bevorstehenden Muttertag könnten solchen Kindern unter Umständen leicht in der Kehle stecken bleiben.

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Ein Kommentar zu “Fragen zum Muttertag

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