Einbürgerung: gleiche Rechte für alle!

Was rot und schwarz in Sachen Staatsbürgerschaft zusammengebracht haben, erscheint mir als eindeutiger Fortschritt gegenüber dem, was bisher gegolten hat. Die österreichische Staatsbürgerschaft wird künftig schneller verliehen und die Kriterien dafür orientieren sich an nachvollziehbaren Parametern: Integration, Deutschkenntnisse, Einkommen. Ein Gedanke taucht dabei freilich auf: wie wird das offizielle Österreich im Sinne der Gleichbehandlung künftig mit jenen Menschen umgehen, die vielleicht seit ihrer Geburt eingebürgert sind, die aber diese Kriterien nicht und manchmal bei weitem nicht erfüllen?

Alle kennen solche Menschen: ihre mageren Deutschkenntnisse offenbaren sich in erschreckendem Ausmaß, wann immer sie zum Kugelschreiber greifen oder sogar in ein Handy hämmern. Von Matura-Niveau keine Spur, auch dann nicht, wenn sie versuchen, sich zu einem Thema verbal zu äußern.

Aber auch das soziale Engagement: ich kenne Österreicher, die irgendwo anonym am Land wohnen, vielleicht in der Stadt arbeiten, die sich aber darüber hinaus nirgendwo blicken lassen. Kaum jemand kennt sie, in keinem Verein arbeiten sie mit, auch die Kirche ist für sie tabu. Sie leben ihr privates Leben in Reinkultur, sind häufig kinderlos und interessieren sich für nichts und niemanden außer für sich selbst und ihr Vergnügen. Soziale Integration? Sie sieht wahrlich anders aus, sie gilt aber als ein Kriterium für die Verleihung künftiger Staatsbürgerschaften.

Natürlich will ich nicht dafür plädieren, sozialen Schmarotzern die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Die Voraussetzungen an künftige Mitbürger sollten aber vielleicht ein Appell an die eingesessenen Österreicher sein, darüber nachzudenken, wie sehr sie selber diese Ansprüche erfüllen würden, müssten sie sich darum bemühen, Österreicher werden zu dürfen.

Überarbeitungsbedürftig halte ich auch die Einbürgerung von Prominenten. So sehr ich zum Beispiel die aus Russland stammende Sopranistin Anna Netrebko auch bewundere. Aber selbst ein derartiger Weltstar dürfte meiner Meinung nicht zu einem Österreicher werden, wenn noch nie ein deutsch gesprochenes Wort aus seinem, in dem Fall ihrem Mund zu hören war. Die Vorbildwirkung für alle anderen, die sich redlich abmühen, das schwere Deutsch halbwegs zu erlernen, ist verheerend.

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