Hilflose Machtdemonstration

Es ist klar: der Vatikan hat mit den Aktivitäten der Pfarrerinitiative keine Freude.

Es ist auch klar: so wirkliche Disziplinierungsmöglichkeiten hat der Vatikan dagegen nicht. Er kann doch nicht alle Mitglieder des Amtes entheben. Das drohende Loch in der Seelsorge wäre nicht zu stopfen.

Was machen also die hohen Herren der römisch-katholischen Kirchenführung? Sie greifen zu einem anderen Mittel, von dem sie meinen, das „Opfer“ würde dadurch schwer erschüttert. Sie entziehen ihm einen Ehrentitel. Der „Monsignore“ vor dem Namen Helmut Schüller ist weg. So als ob der Obmann der rebellierenden Pfarrer darauf besonderen Wert gelegt hätte und so, als ob er sich jemals in der mit diesem Titel verbunden Bekleidung gezeigt hätte (rote Umrandung des Talars und dessen Knopflöcher). Helmut Schüller verzichtet so wie viele andere vernünftige Würdenträger schon immer auf derart lächerliche Äußerlichkeiten, die manchmal gerne als „geistliche Knopflochentzündung“ bezeichnet wird.

Was kann ihm der Vatikan also wirklich nehmen? Nichts. Ganz im Gegenteil. Der Vatikan macht mit dieser kindischen Aktion bloß weitere Werbung für die Aktivitäten der Pfarrerinitiative. Und es wären nicht Helmut Schüller und seine wackeren Mitstreiter, würden sie durch diese versuchte Disziplinierung nicht umso mehr motiviert, weiter zu machen.

Die Machtdemonstration geht also nach hinten los und entlarvt die weltfremde Denkungsart mancher vatikanischer Herrschaften. Eine bessere Munition für die Geschütze der Reformer wäre kaum denkbar gewesen.

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