139 mal mehr Geld

Ob das gerecht ist. Der aktuelle (erste) Sozialbericht zeigt es schwarz auf weiß. Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer. Nicht irgendwo in Afrika, sondern auch in Österreich, das sich nach wie vor im edlen Kreis der 10 reichsten Länder der Erde befindet. Fünf Prozent aller Haushalte verfügen 139-mal mehr als die Hälfte aller Haushalte. Klingt kompliziert, lässt sich aber plastisch darstellen. Nehmen wir 100 Euro. Viel Geld für eine Familie. Ein größerer Einkauf und weg ist der Hunderter. Er entspricht genau 13900 € einer Familie aus den oberen 5 Prozent. Selbst wenn sie beim Einkauf zehnmal soviel ausgibt wie die Vergleichsfamilie, blieben ihr 12900 € für weiß Gott welch andere Vergnügen. Das ist Reichtum.

Armut und Reichtum nebeneinander. Der Sozialstaat versucht natürlich steuerlich zu korrigieren. Die Auseinanderentwicklung von arm und reich in Österreich kann aber auch er mit den gegenwärtig angewendeten Methoden nicht stoppen. Dafür bräuchte es eine zusätzliche Portion politischen Mutes, die aber zu fehlen scheint. Mut, an der Schraube ein wenig zu drehen, die das Vermögen besteuert. Andere europäische Länder zeigen, dass das möglich ist, ohne dass die Reichen dadurch ärmer werden. Dem Staatsbudget würde eine solche Maßnahme massiv helfen und den Armen im Land auch. Vorausgesetzt, die zusätzlichen Mittel würden verwendet, um ihre Situation zu entlasten.

 

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Ein Kommentar zu “139 mal mehr Geld

  1. Dem Staatsbudget in Österreich, lieber Bert Brandstetter, hilft gar nicht mehr. Im Gegenteil, je mehr unser Steuerstaat einnimmt, desto noch mehr gibt er aus. Das kommt auch aus einer vollkommen verdrehten „Philosophe“, wie sie der Linzer Bürgermeister in den OÖN unlängst verkündet hat: Er versteht (wie schon zuvor unsere Regierung) unter „Sparpaket“ das Erhöhen von Steuern und Angaben an die Stadtkassa. Den Begriff „Sparen“ so zu verwenden ist eine Korrumpierung des Guten, wenn ich davon ausgehen darf, dass die Sparsamkeit von uns Normalbürgern eine Tugend ist – und nicht das Schuldenmachen. Aber da hat sich unsere Welt offenbar verdreht. Nicht „Eigentum ist Diebstahl“, sondern ständiges Schuldenmachen ist Diebstahl. Nicht die Steuernlandschaft ist schuld am Reicherwerden der Reichen, sondern das ungebremste Abkassieren von Wirtschaftskreisen, das enorme Steigern von Vorstands- und „Star“-Gehältern oder die Tantiemen und Prämien gewisser Küstler, Sportler, Vortragender, Berater, Lobbysten, Doppelbeamtenpensionisten usw. Aber erwischen werden die Vermögensteuern, Erbschaftssteuern und Schenkungssteeuern etc. hauptsächlich uns Normalbürger, die ein Arbeitsleben lang viel gearbeitet und leider auch gespart haben.

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