Bestes Einvernehmen

Oberösterreich ist anders. Offenbar. Wenn sich Gerda Schaffelhofer, die neue Präsidentin der KAÖ in ihrer allerersten Aussendung mit Helmut Schüller, dem derzeit wohl beliebtesten Amtsträger der katholischen Kirche anlegt, müsste wirklich Feuer am Dach sein, um eine solche Attacke zu rechtfertigen. Schaffelhofer wehrt sich in dem Brief gegen eine Vereinnahmung der Laien durch die Pfarrerinitiative, sie spricht ihr das Augenmaß ab und hält auch nichts vom Begriff „Kirchenbürger“, den Schüller statt der Bezeichnung „Laie“ künftig verwenden möchte. Alles gut und schön, die Sache hat nur einen Haken: zumindest in Oberösterreich hat sich in den Reihen der Katholischen Aktion bisher noch niemand gemeldet, der diese Probleme teilen würde. Ganz im Gegenteil ist hierzulande von einem geradezu geschwisterlichen Miteinander all jener Gruppen zu berichten, die für innerkirchliche Reformen eintreten. In diesem Lichte sorgt der offene Brief der Präsidentin in der Diözese Linz für besondere Verwunderung, vereinnahmt sie doch selbst als Präsidentin der KAÖ alle kirchlichen Laien für ihren Ausritt, auch die Laien in Oberösterreich, die ihr Anliegen eben nicht teilen.

Was bleibt, ist ein schales Gefühl der Verunsicherung. Kann es sein, dass die neue Präsidentin der KA eine neue Richtung geben möchte? Kann es sein, dass hinter ihrem Brief direkt oder indirekt bischöfliche Interessen gegenüber den ungehorsamen Pfarrern stecken?

Das Grundanliegen des offenen Briefes ist gut gemeint und wichtig: der Katholischen Aktion in Österreich wieder mehr Gehör verschaffen. Sie wurde in den letzten Jahren kaum noch wahrgenommen. Dafür ist sie aber ausschließlich selbst verantwortlich, weil sie sich zu heiklen Reformfragen zu keiner klaren Position durchringen konnte. Genau das mag auch der Grund sein, dass sich andere Gruppierungen dieser Themen angenommen haben, unter anderem auch die Pfarrerinitiative. Darüber jetzt beleidigt oder eifersüchtig zu reagieren ist mit Sicherheit der falsche Weg.

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8 Kommentare zu “Bestes Einvernehmen

  1. Gratuliere Bert, bitte setze alles in Bewegung, dass Frau Schaffelhofer mit Ihrer Meinung nicht die Oberhand bekommt. Ich habe ja in den OÖN. gelesen, dass sie von den Bischöfen gewählt wurde, da muß sie ja vielleicht so argumentieren. Es ist einfach notwendig, dass Aktivitäten wie die Pfarrerinitateve usw. weiterhin mit allem Nachdruck unterstützt werden.

  2. Kann es sein, dass Sie dasselbe tun, was Sie Ihrer Präsidentin vorwerfen: im Namen ungefragter Laien zu sprechen? Die Katholische Aktion vertritt doch schon lange nicht mehr die Vielfalt der Laien, wie Ihr Blogbeitrag beweist.

  3. Frau Schaffelhofer hat es doch auf denPpunkt gebracht: der Pfarrerinitiative liegt ein altklerikales Schema zugrunde: „Wir Kleriker wissen, was für Euch Laien gut ist. ab heute sollt ihr Kirchenbürger heiße“. Das ist feudales Pfarrherrentum ,um den gechuldeten respektvollen Stil zu wahre,n in Reinform
    Man kann es auch weniger respektvoll pfäffisch nennen

  4. Die Kommunikationskultur innerhalb der KA scheint ziemlich ausbaufähig und verberssererungwürdig zu sein.
    Den Begriff „Laie“ lehne ich insofern ab, als er 2fach abwertend ist: 1. kein Fachmann; 2. weniger würdig als ein Kleriker. Beides ist theologisch falsch!
    „Kirchenbürger“ erscheint mir andererseits zu künstlich bzw. zu sehr von der rechtl. Seite dominiert, dessen Gegenüber halt dann die „Kirchenmacht“ (analog zur Staatsmacht) ist.
    Einfach Christin/Christ (mit kath. „Schattierung) ist mir am liebsten u. am treffendsten.

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